Psychotherapie und Existenzanalyse

Was ist Psychotherapie?

Psychotherapie ist grundsätzlich – wie das Leben – ein Dialog: Ein Prozess, in dem sich Personen miteinander auseinander-setzen und im Gespräch über ihre Erlebensweisen, Gefühle, Erfahrungen, Haltungen und Standpunkte in Beziehung treten. Im therapeutischen Dialog bleibt dabei der gemeinsame Fokus jedoch auf der Person der Patientin / des Patienten, während der Therapeut neben seinem Fachwissen sein eigenes Erleben, seine Gefühle, Erfahrungen, Haltungen und Stellungnahmen für die Reflexion, Entwicklung und Gesundung zur Verfügung stellt.

Das Menschenbild und das Verständnis der Existenzanalyse stellt dabei das Grundgerüst dafür dar, wie ich diesen Weg verstehe, den ich meinen Patientinnen und Patienten ermöglichen will.

Was ist Existenzanalyse?

Diese in der Logotherapie von Viktor Frankl gründende therapeutische Richtung wurde von Alfried Längle ab der 80ern entwickelt. Dabei sind heute vier Grundmotivationen zentral, welche die Basis für einen gelungenen Dialog mit sich selbst und der Welt darstellen und als Fragen wie folgt lauten:

  • Kann ich sein?
  • Mag ich leben?
  • Darf ich so sein?
  • Wofür soll ich leben?

Das gesunde, sichere JA auf diese Fragen ist manchmal unmöglich oder oft brüchig, durch Veränderungen und Ereignisse bedroht die uns ängstigen, belasten, entfremden und frustrieren. Damit fehlt die Grundlage, um das Leben in Freiheit und Verantwortung gestalten zu können. Das Vertrauen in sich und die Welt, der Wert des Lebens, der Selbstwert und der Sinn des eigenen Daseins kann nicht stabil gehalten oder überhaupt nicht empfunden werden.

Die Existenzanalyse macht sich auf die Suche nach dem JA auf diese Fragen. Dabei werden Unklarheiten, Unentschiedenheiten, Verfremdungen und Unverstandenes in aktuellen Erlebnissen und in der Biographie durchgearbeitet, wodurch authentische Stellungnahmen mehr und mehr möglich werden.